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Sonderausstellung 2017

Rundfunk im Wandel der Zeit – 
Sonderausstellung historischer Radios aus 90 Jahren Rundfunkgeschichte

18.03.2017 bis 06.01.2018

„Hier ist der Bayerische Rundfunk“, ist aus dem Lautsprecher zu hören. Dann teilt eine Stimme mit:
„Hier ist England“. Und schließlich erklingt „Sentimantal Journey“ von Glenn Miller. Zeitdokumente aus der Geschichte des Radios. Zu hören sind sie im Stiftlandmuseum. Die Sonderausstellung befasst sich mit der Geschichte des Rundfunks aus 90 Jahren. Zu sehen ist sie vom 18. März 2017 bis 6. Januar 2018. In 14 Vitrinen ist die Entwicklung der Radioapparate vom einfachen Detektor aus dem Jahr 1924 bis zum digitalen DAB-Gerät von 2016 dargestellt. Dazu gibt es jede Menge Informationen zur Geschichte des Rundfunks und einen Kurzfilm über die Anfänge der Funktechnik. Aus einem Radio von 1952 ertönen historische Tondokumente. An einem Einkreis-Empfänger von 1930 können die Gäste versuchen Mittelwellensender mit diversen Ansagen einzustellen.


Die Idee zur neuen Ausstellung stammt noch vom verstorbenen Museumschef Adolf Gläßel. Umgesetzt haben sie jetzt die beiden Museumsleiter Robert Treml und Hans Zölch. Bernhard Baumgärtl aus Waldsassen und Alois Meierhöfer aus Mitterteich sind Sammler und Radio-Tüftler und waren gleich begeistert von der Idee eine gemeinsame Ausstellung zu realisieren. Seit Januar sind sie zusammen mit den Museumsleitern damit beschäftigt eine feine Präsentation aufzubauen. Schon jetzt lässt sich sagen: Hervorragend gelungen. Der 75-jährige Alois Meierhöfer ist seit frühester Jugend von Radios fasziniert. „Das fing 1952 an, als ich gerade mal zehn Jahre alt war. Die Zeit als die Technik von Mittelwelle (MW) auf Ultrakurzwelle (UKW) umgestellt wurde“, erinnert er sich. „Aus dem Grund wurden zu der Zeit jede Menge Radios einfach weggeworfen, weil jeder ein UKW-Gerät haben wollte.“ Überall seien die Überbleibsel zu bekommen gewesen. An den Sonntagnachmittagen veranstalteten er und seine Freunde regelrechte Wettbewerbe der Art, wer denn am schnellsten einen Trafo ausbauen konnte.


„Die Dinger waren damals wirklich Massen-Wegwerfware.“ Gelernt hat Alois Meierhöfer Elektroinstallateur. „Das hatte aber nichts mit Radio zu tun.“ Allerdings seien in seiner Lehrfirma jede Menge alte Radios herumgestanden sowie Kisten voll mit Röhren und ein Handbuch über Röhren. „Das habe ich heute noch“, sagt Meierhöfer. Später hat er dann Elektrotechnik studiert. Als Ende der 1980er Jahre die Sperrmüllabfuhr eingeführt wurde, tat sich ein weiteres Eldorado für den Sammler auf. Alle sogenannten Gebissradios, das sind die großen Holzkästen mit den weißen Tasten, die bis dato auf Speichern und in Kellern vor sich hingammelten, landeten jetzt auf dem Sperrmüll. Genug Ersatzteile Heute hat der Ingenieur 250 Radioempfänger daheim. Das Gros der Sammlung sind Vorkriegsmodelle. Meierhöfer hat genug Röhren und Ersatzteile zu Hause, dass er auch so ziemlich jedes Modell reparieren kann. Die Vorkriegsware hat er nicht zuletzt einem Plauener, der in Tirschenreuth arbeitete, zu verdanken. Nach der Wende war er auf ihn aufmerksam geworden. „Der fuhr alle 14 Tage heim und brachte immer zwei Radios mit. In der ehemaligen DDR wurden die Vorkriegstypen bis in die späten 1980er Jahre hinein betrieben. Was anderes hatten die damals nicht.“ Auch auf Flohmärkten in der Region und bei Antiquitätenhändlern wurde er fündig. „Viele Geräte sahen überhaupt nicht gut aus und funktioniert hat kaum eines. Sammler müssen immer selber restaurieren“, erzählt Meierhöfer. „Aber genau das war der eigentliche Kick. Wenn ein Gerät schließlich funktioniert und gut ausgesehen hat, habe ich es in Folie staubsicher verschweißt und nie wieder näher angeschaut.“ Sein ältestes Original-Radio ist ein Telefunken T40 W, das auch bei der Ausstellung zu sehen ist. Übrigens sind alle präsentierten Geräte voll funktionsfähig. „Aber leider gibt es auf Mittelwelle keine deutschen Sender mehr“, bedauert Meierhöfer. 

Als die größten Feinde der alten Musikmöbel bezeichnet Bernhard Baumgärtl Staub und Feuchtigkeit. „Wenn jemand ein altes Radio auf dem Dachboden oder im Keller findet, sollte er es auf keinen Fall einfach am Strom anschließen“, erklärt er. „Dabei geht meistens mehr kaputt, als alles wert ist. Lieber gleich zum Fachmann gehen – also zum Beispiel zu uns“, rät er. Mit sechs Jahren begeistert Baumgärtl ist 63 Jahre alt und erinnert sich deshalb so gut daran, dass er schon im zarten Alter von vier Jahren vom Radio begeistert war, weil es ein Foto gibt, das ihn zeigt, wie er unterm Christbaum am Radio herumspielt. Mit sechs Jahren hat er dann bewusst Radio gehört, bevorzugt Kurzwelle. Lange bohrte die Frage in ihm, wie das wohl funktioniert. Mit zehn baute er schließlich sein erstes eigenes Radio. Als Zeitsoldat erlernte er bei der Bundeswehr den Beruf des Radio- und Fernsehtechnikers. Später studierte er Nachrichtentechnik. Seit 1972 ist er lizenzierter Funkamateur. Selber hat er heute 22 Radios. „Für einen Sammler ist das dicht an der Armutsgrenze“, scherzt er. Denn schließlich sammelt er auch nur exquisite Stücke. Das Geheimnis des guten Klangs der alten Radios schreiben die beiden Experten dem relativ großen Raum und den großen Lautsprechern im Holzgehäuse zu. Zudem liefere die Elektronenröhre als Verstärker ein anderes Verhalten als Halbleiter- oder Transistorverstärker.
Röhrenverstärker gäben die geraden Oberschwingungen wieder, Transistorverstärker neigten dazu, dass sie ungerade Oberwellen bevorzugen. „Und die sind eigentlich die Bösen und klingen grässlich. Triodenverstärker geben nur die 2. und 4. Oberwellen wieder und liefern deshalb einen angenehmen weichen Klang. Ein hervorragender Sound, der auch Techno gut zu Gesicht steht.“

 




 

 

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