Der wiederentdeckte Bismarckturm in Eger

Am 03.10.1909 konnte der Turm eingeweiht werden. Ein Festzug von mehreren Tausend Bürgern bewegte sich vom Kaiser-Joseph-Denkmal durch die Stadt Eger zum Grünberg. Der Bismarckturm wurde vom Vorsitzenden des Bauausschusses nach einer Festrede an die Stadt Eger übergeben.

Einige Jahre später wurde ein Fachwerkhaus mit einer Gaststätte an den Turm angebaut. Dieses Haus wurde bereits vor vielen Jahren zerstört. 171 von 238 Bismarcktürmen (incl. neu entdeckte Bismarcktürme) stehen heute noch in Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien, Rußland, Polen, Kamerun und Chile. Über eine Außentreppe war der Eingang des Turmes erreichbar. Von diesem führte eine Wendeltreppe im Innern zum Rednerbalkon oberhalb des Einganges und zur Aussichtsplattform auf der Turmspitze (mit aufgesetzter Feuerschale). Oberhalb des Rednerbalkons war ein Bismarck-Relief in Bronze eingelassen. Neben dem Relief am Turm waren noch Wappen von Martin Luther und Georg Schönerer (Führer der "Altdeutschen" in der Ostmark, Erbauer des Bismarckturmes in Rosenau/Österreich) angebracht. 

Bis Ende August 2001 war nicht bekannt, dass dieser Bismarckturm noch erhalten ist. In den letzten Jahrzehnten stand der Turm im Sperrgebiet. Lediglich Grenzsoldaten und ausgewählte Mitarbeiter eines Fernsehsenders (200 m vom Bismarckturm entfernt steht seit 1973 ein Fernsehturm) durften dieses Gebiet betreten. So geriet der Turm auch in der heimischen Bevölkerung in Vergessenheit. Auf einem Wegweiser auf den Grünberg wurde der Turm bis vor kurzem als "abgebrochen" bezeichnet. In deutschen und tschechischen Wander- und Landkarten wird der Turm teilweise nicht aufgeführt oder wird als "abgerissen" angegeben. In einer tschechischen TV-Serie (ca. 1999) über Aussichtstürme in Tschechien wurde auf diesen Turm von Professor Jan Nouza (Universität Liberec) erstmals im TV aufmerksam gemacht. Doch blieb der mittlerweile sanierungsbedürftige Turm (Stand: September 2001) weiterhin unbeachtet und im deutschsprachigen Gebiet unbekannt.
Der Turm wurde im August 2002 gesperrt. Die Stadtverwaltung Eger kaufte dem Besitzer das Grundstück unterhalb des Bismarckturmes ab. Der Turm wurde als historisches Eigentum der Stadt Cheb (Eger) eingetragen. Der Turm wurde bis zum 31. Mai 2005 für 2 Millionen Kronen komplett saniert und am 12. Juni mit einem Touristenfest der Bevölkerung offiziell zugänglich gemacht, welches von der Stadt Cheb in Zusammenarbeit mit der Stadt Waldsassen organisiert wurde. Touristenmarken (Plaketten mit Motiven) und Infomaterial wurden angeboten.

 

Wegbeschreibung
Über den Grenzübergang Waldsassen:
In Eger auf die  E 48 in Richtung Schirnding. Nach dem Ortsende Cheb entlang der Eisenbahnschienen fahren oder  wandern. An der Bahnunterführung nach links abbiegen. Hier kann man auch das Auto parken. Immer bergauf (längeres Waldstück). Dann vor Horni Pelhrimov rechts abbiegen, am Friedhof und  der Wallfahrtskirche St. Anna vorbei bis zum Waldstück am Fernsehturm Grünberg. Von dort aus sind es noch etwa 50 m zu Fuß zum Turm.

Sie können auch direkt von Pechtnersreuth (Dorf nahe der Grenze, 5 km von Waldsassen) zum Grünberg zu wandern, folgen Sie den Hinweisschildern zum Bismarckturm, auf der tschechischen Seite ist der Weg weiß/grün/weiß markiert. Geöffnet ist der Turm täglich von 9.00 Uhr - 18.00 Uhr

 

Informationsmaterial und eine Wanderkarte "Rund um Cheb" liegen in der Tourist-Info Waldsassen bereit.

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